Münchner Rück Aktie kaufen – Analyse des Unternehmens

Die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Aktiengesellschaft, kurz Münchener Rück oder Munic Re, wartete in den vergangenen Monaten, nach zuletzt sehr ertragreichen Jahren zwischen 2012 und 2015 mit einer relativ stabilen positiven Aktienentwicklung,mit einigen Negativschlagzeilen auf, die sich auch auf den Aktienkurs niederschlugen. Insbesondere die Turbulenzen an den Aktienmärkten zu Beginn des Jahres sowie die hohen Aufwendungen für die Umstrukturierung des zum Konzern gehörenden Erstversicherers ERGO belasten das zu erwartende Konzernergebnis und sorgten so zuletzt für reichlich gedämpften Optimismus bei den Anlegern.

Die Konzernstruktur

WirtschaftsnewsDas Kerngeschäft der Münchener Rück ist die Rückversicherung, welche auch den größten Anteil am Unternehmenserfolg hat. Die Rückversicherung ermöglicht dem jeweiligen Erstversicherer als Vertragspartner der Münchener Rück sein versichertes Risiko und damit die Regulierung bei eintretenden Schäden zu minimieren. Die Münchener Rück übernimmt also Teile von Risiken anderer Versicherer und nimmt dafür entsprechende Prämien ein. Zum Konzern gehört weiterhin die ERGO Versicherungsgruppe, ein Erstversicherer, mit einem Jahresumsatz von etwa 16,5 Mrd. Euro, der Risiken aus Privathaushalten und Unternehmen primär versichert.

Die dritte große Säule ist die MUNICH ERGO Asset Management GmbH (MEAG), welche die Verwaltung und Anlage des Kapitals für die Münchener Rück, für die ERGO sowie für Dritte vornimmt. Das verwaltete Anlagekapital der MEAG belief sich zuletzt auf etwa 255 Mrd. EUR. Der Prämienumsatz der Münchener Rück betrug 2015 etwa 50,4 Mrd. EUR. Sie zählt damit zum weltweit größten Rückversicherer.

Die Aktienentwicklung

Online Aktien analysierenDer Aktie der Münchener Rück mit der Kennnummer WKN: 843002 / ISIN: DE0008430026 entwickelte sich in den Jahren 2011 bis 2015 relativ stabil nach oben und damit zu einem regelrechten Börsenliebling. Durchschnittlich 8% Kurszuwachs konnten Investoren in diesem Zeitraum pro Jahr verbuchen. Hinzu kam die bei der Münchener Rück im gleichen Zeitraum jährlich ausgezahlte Dividende von stattlichen 6,25 EUR je Aktie im Jahr 2011, gestiegen auf 8,25 EUR für das Jahr 2015. Profitiert hat die Münchener Rück dabei vor allem davon, dass sie als Rückversicherer von größeren Naturkatastrophen in den vergangenen Jahren weitestgehend verschont wurde, bzw. diese im Rahmen der Erwartungen und der getätigten Vorsorge blieben.

Lediglich der Bereich, der durch den Mensch verursachten Katastrophen nahm in letzter Zeit zu. So muss das Unternehmen Schäden durch die Explosionen in der chinesischen Hafenstadt Tianjin und beim Dammbruch in einer brasilianischen Mine regulieren. Bei der Tochter ERGO drücken hohe Regulierungszahlen aus den Überschwemmungen in Großbritannien zum Jahresende 2015 auf das Finanzergebnis des Konzerns für 2016. Hinzu kam der verlustreiche Verkauf der italienischen Tochtergesellschaft ERGO Italia im Rahmen der strategischen Neuausrichtung der ERGO Gruppe. Im Sechs-Monats-Zeitraum gab die Aktie der Münchener Rück somit auch um gut knapp 14% nach. Aktuell notiert die Aktie bei etwa 160 EUR pro Stück.

Aber es gibt nicht nur schlechte Nachrichten. Die grundsätzlich sehr solide Finanzlage des Konzerns, verbunden mit den jüngsten Aktienrückkauf-Programmen, sind äußerst stabilisierende Faktoren für die kommende Aktienentwicklung. Die allgemein dünner werdenden Margen im Rückversicherungsgeschäft kann der Konzern damit spielend auffangen, wenn auch die Gewinnprognose für 2016 mit plus 2,75 Milliarden Euro um knapp ein Drittel niedriger als in den vergangenen Jahren relativ bescheiden ausfällt.

Diese grundsolide Finanzlage sowie die stabile Dividendenpolitik der Münchener Rück wissen auch große Investoren, wie Waren Buffets Investmentfirma Berkshire Hathaway, die vor dem letzten Aktienrückkaufprogramm etwa 11,6 % des Aktienkapitals der Münchener Rück hielt, zu schätzen.

Die Münchner Rück Aktie kaufen

Online AktienkaufWer sich überlegt, Aktien der Münchener Rück zu erwerben, kann dies auf verschiedenen Wegen tun. Zum einen über die Hausbank und zum anderen bei einer Direktbank oder bei einem Online-Broker. Während man bei der Hausbank eine persönliche Beratung erwarten darf, ist die Depoteröffnung, der Aktienkauf sowie die Depotverwaltung allerdings mit zum Teil recht hohen Gebühren verbunden. So kostet eine Order zum Kauf oder Verkauf nicht selten 50 Euro, unabhängig davon, wie viele Aktien man erwirbt.

Zusammen mit den Gebühren für die Einrichtung des Depots und für die laufende Verwaltung können die Bankengebühren eine Wertsteigerung aus Kursgewinnen erheblich schmälern, sodass sich ein Aktienkauf bei einer Bank meist erst ab einer gewissen Mindestanlage von einigen Tausend Euro in eine Position rechnet. Wenn man dazu bedenkt, dass man sein Aktienportfolio zur Risikostreuung sinnvollerweise auf mehrere Titel aufteilt, sollte die gesamte Anlagesumme also ein Vielfaches von dem betragen, was man in eine Aktie angelegt.

Online-Broker dagegen bieten keine persönliche Beratung. Aus diesem Grund können diese gegenüber der Hausbank wesentlich günstigere Konditionen anbieten. Einige Online-Broker bieten eine einzelne Aktienordner sogar zum Festpreis von ca. 5-7 Euro an und verlangen für die Online-Depotverwaltung sowie die laufende Depotverwaltung keine weiteren Gebühren. Der Aktienkauf oder -verkauf kann jederzeit, ohne von Bankenöffnungszeiten abhängig zu sein, am Rechner zu getätigt werden.

Alles was man tun muss, ist, ebenfalls online, ein Depot zu eröffnen, sich mittels PostIdent-Verfahren zu legitimieren und Geld auf das Broker-Konto zu überweisen. Allerdings sollte man hierzu schon ein wenig auskennen. Viele Online Broker bieten daher ein Demo-Konto und entsprechende Schulungen zum Aktienkauf an, sodass man sich langsam an den Aktienkauf herantasten kann, ohne gleich große Fehler am Anfang zu begehen.